Entwicklung des Körperbewusstseins des Pferdes (Unterrichtsblog)

Entwicklung des Körperbewusstseins des Pferdes (Unterrichtsblog)

Gestern habe ich mit Patrick und Solo, seinem Kladruberwallach gearbeitet. Es wurde eine Einheit zur Entwicklung des Körperbewusstseins des Pferdes, sowie der Verbindung der Pferdebeine mit dem Boden und dem Gewicht. Im Laufe der Jahre ist mir immer öfter aufgefallen, dass viele Pferde kein gutes Körpergefühl hat. Sie scheinen nicht genau zu wissen, wie viele Beine sie genau haben, oder wo sich diese befinden. Das erinnert mich immer etwas an Quantenphysik: Man weiss entweder, wo sich ein Partikel befindet, aber nicht wohin und wie schnell es sich bewegt. Oder man weiss, wohin und wie schnell es sich bewegt, aber nicht wo es ist. Mit den Pferdebeinen verhält es sich manchmal ähnlich.

Entwicklung der Schubkraft der Hinterhand

Entwicklung der Schubkraft der Hinterhand

Wo sind wir und was machen wir heute?

Wir besuchen Noor Tanger und Patrick Molenaar in NL für ein paar Tage.

Ich habe mit Noor Tanger und ihrem PRE Hengst Oclajoma am Aufbau der Kraft aus der Hinterhand gearbeitet, insbesondere an der Schubkraft. Wir haben ihm erklärt, dass er mehr Energie in den Schritt, Trab und Galopp stecken kann, ohne dabei schneller zu werden und dass er das Tempo verlangsamen kann, ohne dabei schläfrig zu werden. Diese Konzepte sind für die meisten Pferde nicht auf Anhieb intuitiv logisch, sondern sie müssen lernen, dass eine treibende Hilfe nicht bedeutet: “Mach schneller” und eine halbe Parade nicht bedeutet: “Mach Pause”. Tempo, Trittlänge und Energie sind unterschiedliche Parameter des Ganges, die einzeln justiert werden können.

Der Kreislauf der Hilfen

Der Kreislauf der Hilfen

Der Kreislauf der Hilfen ist ein wichtiges Thema in der Reiterausbildung. Er bezieht sich sowohl auf den Energiefluss innerhalb des Pferdes als auch auf die Art und Weise, wie die Reiterhilfen diesen Fluss anregen und kanalisieren. 

Der Kreislauf der Hilfen beginnt normalerweise mit einer treibenden Schenkelhilfe, die die Hinterbeine näher an den Schwerpunkt bringt und damit in den Einflussbereich des Kreuzes. Sind die Hinterbeine zu weit hinter dem Körper, sind sie für den Sitz nicht mehr erreichbar und der Pferderücken sackt ab. Versucht man in diesem Moment beispielsweise eine Gewichtshilfe anzubringen, wird die Situation noch verschlimmert. Der Pferderücken fällt dann noch mehr durch und schmerzt, und die Hinterbeine werden durch die Gewichtshilfe sogar am Untertreten gehindert.

10 Tipps, um die Effektivität Ihres Trainings sofort zu steigern!

10 Tipps, um die Effektivität Ihres Trainings sofort zu steigern!

Pferdeausbildung ist recht schwierig, wenn man es richtig machen will. So viele Dinge muss man gleichzeitig im Kopf behalten, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Man ist buchstäblich der Fitness Coach und Mentaltrainer des Pferdes!

Das wichtigste im Training sollte immer das Wohlergehen des Pferdes sein. Gute Pferdeausbildung ist etwas anderes als Tricktraining unter Zwang.

Das Training sollte immer die Balance verbessern um Verletzungen vorzubeugen. Sehnenverletzungen sind beispielsweise oft das Ergebnis der Schiefe (auch wenn sie nur sehr wenig ausgeprägt ist), die dazu führt, dass ein Bein permanent mehr Gewicht tragen muss als die anderen, wodurch die Sehnen dieses Beins ständig überbeansprucht werden, bis das Pferd lahm geht.

Ähnlich verhält es sich auch mit Rücken- oder Beckenverletzungen, die zustande kommen, wenn das Pferd immer mit weggedrücktem Rücken geritten wird. Deshalb ist es so wichtig, korrekt zu trainieren. Da ich weiss, wieviel Zeit und Mühe es kostet, ein Pferd gut auszubilden, gebe ich Ihnen gerne ein paart Tipps, wie man effektiver trainieren kann.

10 Tipps für eine positive Einstellung beim Reiten

10 Tipps für eine positive Einstellung beim Reiten

Wir möchten Ihnen mit unserem Blog und unserem Newsletter hin und wieder Denkanstöße geben. Der Inhalt wird aus Informationen bestehen, die wir interessant finden oder die uns in unserer eigenen reiterlichen Entwicklung geholfen haben und von denen wir hoffen, dass Sie sie ebenfalls nützlich finden.

Jedes Pferd ist anders. Jede Reiterin und jeder Reiter ist anders. Was bei einem Pferd wunderbar funktioniert, passt vielleicht überhaupt nicht zu einem anderen. Es gibt keinen “one size fits all” Weg, der für alle passt.

Dressur als Physiotherapie, Teil 2

Dressur als Physiotherapie, Teil 2

Balance, Geraderichtung und Geschmeidigkeit. Diese drei Themenbereiche sind sehr eng mit einander verbunden, wie ich im Teil 1 bereits erwähnte. Die Balance setzt sich zusammen aus der longitudinalen Balance und der seitlichen Balance. Die longitudinale Balance (d.h. die gleichmäßige Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterbeinen) entwickelt sich aus einem gleichmäßigen Tempo, das weder zu schnell noch zu langsam ist.

Dressur als Physiotherapie [VIDEO]

Dressur als Physiotherapie [VIDEO]

In dieser VIDEO erklären wir, wie man gymnastische Übungen einsetzen kann, um das Pferd gesund zu erhalten oder wieder gesund zu reiten. Sie werden lernen, worauf Sie im Training achten müssen, um Ihr Pferd gesund zu halten.

Dressur als Physiotherapie, Teil 1

Dressur als Physiotherapie, Teil 1

Pferde sind nicht dazu gemacht, Lasten auf ihrem Rücken zu tragen. Die Anwesenheit des Reitergewichts stört daher zunächst die Balance des Pferdes. Es verändert die Lage des Schwerpunkts und kann die Bewegungsfreiheit des Pferderückens und der Beine einschränken. Fühlt sich das Pferd durch die Reiterin in seiner Balance gestört, wird es bestimmte Muskeln verspannen und sich gegen das Reitergewicht und den Boden stemmen, was zu ungesunden Bewegungsabläufen führt. Muskuläre Verspannungen verringern den Bewegungsrahmen der betroffenen Gelenke und sie führen zu einem harten Auftreten der Beine auf dem Boden, was nicht nur unbequem für Pferd und Reiterin ist, sondern auch die Sehnen und Gelenke des Pferdes unnötig belastet.

Wollen wir das Pferd gesund erhalten, müssen wir also die negativen Auswirkungen unseres Gewichts ausgleichen, indem wir dem Pferd helfen, sich mit demselben Bewegungsrahmen, derselben Leichtigkeit, derselben Balance und derselben Geschmeidigkeit unter der Reiterin zu bewegen wie in Freiheit.