Wenn ein fliegender Wechsel nicht gelingt

Wenn ein fliegender Wechsel nicht gelingt, liegt der Grund meistens darin, dass das Pferd schief wurde und/oder auf die Vorhand fiel. Das resultiert in einem Verlust der Verbindung des inneren Hinterbeins mit dem Boden, dem Reitergewicht und den Zügeln, was u.a. dazu führt, dass die Paraden nicht mehr durchgehen. Deswegen verbessert sich die Situation in der Regel auch nicht, wenn man weiter galoppiert und die Hilfe für die fliegenden Wechsel immer wiederholt.


Es spart sowohl dem Pferd als auch der Reiterin viel Zeit, Schweiß und Frustration, wenn man die Arbeit unterbricht, das Pferd zum Trab oder Schritt, oder sogar zum Halten durchpariert, den Pferdekörper nach Verspannungen absucht, diese Muskelblockaden löst und dem Pferd die Motorik des fliegenden Wechsels (d.h. Gewicht verlagern, Biegung wechseln, Hüfte bewegen) noch einmal langsam in Zeitlupe erklärt.


Auf dem Weg zur bewussten Kompetenz braucht das Pferd oft Zeit, um nachzudenken und die nächste Bewegung zu planen, sodass es die Aufgabe bewusst ausführen kann. Wenn es sich von der bewussten zur unbewussten Kompetenz weiter entwickelt, kann es überall und zu jeder Zeit fliegende Wechsel mit immer weniger Vorbereitung ausführen.


Dasselbe gilt auch für die Reiterin. Wenn wir die fliegenden Wechsel lernen, hilft es uns genauso, die Motorik der Hilfengebung immer wieder in Zeitlupe zu studieren, sodass wir in Ruhe nachdenken und planen können. Wenn diese Bewegungsmuster sich unserem Körper einprägen, können wir ebenfalls die fliegenden Wechsel immer müheloser und mit weniger Vorbereitung ausführen.


Ist ein fliegender Wechsel nicht durchgesprungen oder kam er überhaupt nicht zustande, macht man am besten eine kurze Schrittpause und stellt sich die folgenden Fragen:

  • Welcher Körperteil des Pferdes ist nicht geschmeidig genug?
  • Kann es seine Hüften leicht in beide Richtungen bewegen?
  • Kann es seine Biegung jederzeit und in jeder Gangart leicht wechseln?
  • Ist seine Ganasche und sein Genick in alle Richtungen leicht beweglich?
  • Kann es sein Gewicht leicht von einer Seite zur anderen verlagern?
  • Haben Sie es überversammelt, sodass seine Hinterbeine sich verkrampft haben und sich nicht mehr frei bewegen konnten?
  • Ist es auseinander gefallen?
  • War das Tempo zu schnell oder zu langsam?
  • Ist das Pferd vor dem Wechsel oder während der Hilfe zum Umspringen schief geworden?
  • Haben Sie das Pferd durch den Sitz aus dem Gleichgewicht gebracht?

Hat man eine Arbeitshypothese gefunden, nimmt man die Zügel wieder auf und probiert es nochmal. Dann beobachtet man das Resultat, analysiert das Ergebnis, verfeinert Sitz, Hilfengebung und die gerittene Übung und wiederholt diesen Zyklus.